Episode 7: Das Fundament für eine exzellente Organisation

Shownotes

Theorie ist nur der Anfang – aber wie sieht die Realität auf unseren Stationen aus? In dieser Episode von Krankenhausführung neu denken erweckt Jörg Gottschalk die theoretischen Grundlagen einer schlanken Organisation zum Leben. Wir reisen gemeinsam auf unsere „ideale Station“ zur Pflegekraft Philin und schauen uns an, wie konkrete Veränderungen im Alltag dafür sorgen, dass strukturierte und stabile Tagespläne endlich verlässlich eingehalten werden können.

In dieser Folge stehen drei der insgesamt sechs Grundprinzipien im Fokus, die den Weg aus dem täglichen Chaos weisen: Drei Kernprinzipien im Detail:

1. Struktur schaffen 📋 Echte Klarheit fehlt im Klinikalltag oft, was mühsam durch maximale Flexibilität der Mitarbeitenden ausgeglichen wird.

  • Personenunabhängige Rollenprofile: Statt dass im Dienst einfach „irgendwie“ gearbeitet wird, braucht es glasklare Profile für Rollen wie Pflege 1, Service 1 oder Stationsarzt 1.
  • Entscheidungsbefugnisse klären: Am Beispiel des OP-Koordinators zeigt sich, wie präzise Rollenprofile machtpolitische Konfliktfelder sofort sichtbar und lösbar machen.
  • Physische Ordnung: Struktur bedeutet auch, dass Geräte und Materialien feste Plätze haben, statt dass wertvolle Zeit mit Suchen verschwendet wird.
  • Die Kraft des „Nein“: Für Pflegekraft Philin bedeutet Struktur auch, genau zu wissen, wofür sie nicht zuständig ist.

2. Überlastung vermeiden ⚖️ Überlastung entsteht meist nicht durch reinen Ressourcenmangel, sondern weil zu viel Arbeit zur falschen Zeit aufeinanderprallt. Das Ziel lautet: Glättung von Schwankungen.

  • Entlassungen & Aufnahmen entzerren: Statt alle Entlassungen hektisch morgens durchzuprügeln, sollten sie über den Tag verteilt oder gezielt auf den Vorabend verlegt werden.
  • Arbeitsabläufe der Ärzte entstressen: Am Beispiel des chirurgischen Assistenzarztes wird deutlich, wie wir durch zeitliche Verlagerung von Aufgaben tägliche, vorprogrammierte Belastungsspitzen verhindern können.
  • Pufferzonen auflösen: Warum die Notaufnahme nicht als unbezahlte Pufferzone für stockende Stationsprozesse missbraucht werden darf.

3. Störungen reduzieren 🚫📞 Jede Unterbrechung kostet Zeit, erhöht die Fehlerquote und erzeugt Unpünktlichkeit im gesamten System.

  • Das Libero-Prinzip: Wie die Aufteilung eines Pflegedienst-Teams – bei dem eine Person als „Libero“ alle Störungen und Telefonate von den anderen dreien fernhält – die Gesamtproduktivität massiv steigert.
  • Kommunikationsflut eindämmen: Über 60 interne Anrufe pro Schicht lassen sich durch exakte Terminierung, verlässliche Abläufe und Echtzeit-Dokumentation drastisch reduzieren.
  • 50 % des Patientenklingelns vermeiden: Durch einfache, pragmatische Maßnahmen wie regelmäßige Servicerunden, ausreichend Getränke vor Ort und gezielte Patienteninformationen.

Key Takeaway der Episode

"Lean beginnt eben nicht primär und nur bei einzelnen Prozessen, sondern bei den Grundlagen der Organisation. Wir stellen sicher, dass gute Prozesse erstmals möglich werden." Wir müssen zuerst die Bedingungen schaffen, unter denen Regeln, Standards und strukturierte Abläufe im Alltag überhaupt erst funktionieren können. Das gilt für die Pflege und den ärztlichen Dienst genauso wie für die Radiologie oder die Patientenaufnahme und alle anderen

Über den Podcast: In "Krankenhausführung neu denken" teilt Jörg Gottschalk jeden Donnerstag frische, unkonventionelle Impulse und kritische Einblicke für eine zukunftsfähige Führung im Gesundheitswesen. Gefällt Ihnen der Podcast? Dann abonnieren Sie uns gerne und hinterlassen Sie eine positive Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts!

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📖 Buch: Die zweite Revolution in der Krankenhausführung – Jörg Gottschalk [📖 Buch: Krankenhaus Melbeck - Disruption – Jörg Gottschalk] 🌐 Website: https://krankenhausfuehrung.de 🎙️ Podcast: Krankenhausführung neu denken 📅 Lean Hospital Kongress 2026 23.–24. September 2026, Mannheim

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Konzept & Host: Jörg Gottschalk Produktion & Urheberrecht: Jörg Gottschalk

Transkript anzeigen

00:00:06: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Krankenhausführung Neu Denken.

00:00:12: Schön, dass Sie wieder dabei sind!

00:00:13: Mein Name ist Jörg Gottschalk.

00:00:15: Ich möchte mit Ihnen in dieser Ausgabe die sechs Grundprinzipien aus Episode V aufgreifen und etwas lebendiger werden lassen.

00:00:24: Die Prinzipien bilden bekanntlich das Fundament für eine schlanke Organisation.

00:00:30: sie bringen uns heraus aus dem Chaos und hinein in die Ordnung.

00:00:35: So weit, so klar.

00:00:37: Aber Theorie ist eben doch nur der Anfang!

00:00:40: Heute wollen wir das Ganze etwas konkreter machen.

00:00:43: Wir schauen uns in dieser Episode zunächst einmal drei dieser Prinzipien aus der Nähe an Nämlich Struktur schaffen Überlastung vermeiden und Störungen reduzieren.

00:00:55: Wie sieht das konkret im Klinikalltag aus?

00:00:59: Machen wir eine Reise auf unsere ideale Station zu Pflegekraft Berlin Und schauen uns an wie das in der Praxis funktioniert.

00:01:07: Vielleicht erinnern Sie sich an die neue Veränderungslogik, die wir in den ersten Episoden besprochen haben – alles was wir hinsichtlich dieser Grundprinzipien für den Alltag von Filint verbessern zahlt darauf ein dass sie ihren sehr strukturierten stabilen und effizienten Tagesplan immer besser einhalten kann.

00:01:31: Kommen wir zum ersten Prinzip nämlich Strukturschaffen.

00:01:36: Viele glauben ja, im Krankenhaus sei ja eh alles geregelt.

00:01:40: Alle wüsten Bescheid!

00:01:42: Das ist ein sehr trügerischer Eindruck.

00:01:45: Oft arbeiten Menschen in identischen Rollen völlig unterschiedlich weil es an echter Klarheit fehlt.

00:01:52: Fragen Sie drei Schichtleitungen Stationsärztinnen oder OberärztInnen nach ihren jeweiligen Verantwortlichkeiten und festen Aufgaben?

00:02:02: Dann werden sie vermutlich jeweils drei voneinander abweichende Antworten erhalten.

00:02:06: Dieses Klarheitsdefizit wird im Alltag dann mühsam durch maximale Flexibilität und Individualität der Mitarbeitenden aufgefangen.

00:02:16: Wenn wir dagegen Struktur schaffen, reduzieren wir Spielräume für Missverständnisse und geben den Mitarbeitern sichtbare Planken und Sicherheit für ihr tägliches Tun.

00:02:31: Das Werkzeug hierfür sind präzise personenunabhängige Rollenprofile.

00:02:38: Statt dass im Frühdienst einfach irgendwie oder nur grob umrissen gearbeitet wird, gibt es glasklare Profile für jede Rolle wie Pflege eins, Service eins, Stationsarzt eins.

00:02:51: Jeder diensthabende Person wird dann eine oder auch mehrere feste Rollen zugeordnet.

00:02:57: Weil die Aufgaben darin exakt definiert sind, entstehen keine Lücken in der Abarbeitung – zumindest nicht auf grundmangelnder Klarheit!

00:03:06: Jeder weiß genau was er in seiner jeweiligen Rolle zu tun hat….

00:03:10: Oder schauen wir uns die schwierige Rolle eines typischen OP-Koordinators an?

00:03:16: Denn man für eine Schlüsselposition wie den OP- Koordinator Ein präzises Rollenprofil mit klaren Entscheidungsbefugnissen und Verantwortlichkeiten verabschiedet, werden machtpolitische Konfliktfelder zwischen den Bereichen sofort sichtbar und können systematisch gelöst werden.

00:03:36: Mit dem Profil würde zumindest klargestellt was genau gewollt ist – alle Machtkämpfe würden sich nur noch darum drehen die definierten Verantwortlichkeiten, Entscheidungsbefugnisse und Aufgaben tatsächlich durchzusetzen oder umgekehrt zu akzeptieren.

00:03:54: Über das wie-und was gibt es dagegen keine Diskussionen mehr.

00:03:59: Struktur bedeutet nicht nur Rollen und Zuständigkeiten, Struktur bedeutet durchaus auch Ordnung.

00:04:07: Geräte liegen dort, wo man sie erwartet.

00:04:09: Material hat seinen festen Platz und niemand muss morgens zehn Minuten nach einem Infusionsständer oder einem Toilettenstuhl suchen.

00:04:16: Das Grundprinzip Struktur schaffen lässt sich wirklich nicht hoch genug einschätzen.

00:04:21: Chaos beginnt nämlich selten mit einem großen Knall.

00:04:25: Es beginnt meistens ganz leise Mit einer unklaren Zuständigkeit, mit einem gerät ohne festen platz Mit einer Aufgabe bei der jeder glaubt, der andere würde sie erledigen.

00:04:38: Für Philin bedeutet Struktur dass Sie Ihre Rolle exakt kennt und weiß welche Aufgaben sie zu erledigern hat.

00:04:46: Mindestens ebenso wichtig ist das sie genau weiß wofür sie nicht zuständig ist Denn auch Nein sagen zu können und zu dürfen leistet einen Beitrag zur Struktur und Stabilität.

00:05:02: Das zweite Grundprinzip Überlastung entsteht, wenn zu einem Zeitpunkt mehr Aufgaben anfallen oder mehr Ressourcen benötigt werden als sich real bewältigen lassen.

00:05:16: Überlastung entsteht nicht zwangsläufig bei Personal- oder andere Ressorten fehlen.

00:05:22: Häufig entsteht sie weil wir vorhandene Ressorts zur falschen Zeit brauchen zum Beispiel weil der Arbeitsanfall stark schwankt und sich viel Arbeit auf einen kurzen Zeitraum konzentriert.

00:05:34: dann passiert wie so oft Alles wieder auf einmal.

00:05:37: Das Verbesserungsziel lautet dann Glättung von Schwankungen beziehungsweise Glettung der Auslastung.

00:05:45: Sobald wir den Arbeitsanfall gleichmäßiger über den Tag verteilen, läuft das Gesamtsystem insgesamt ruhiger und die vorhandenen Ressourcen werden besser ausgenutzt.

00:05:56: Die Entzerrung von Aufnahmen und Entlassungen würde beispielsweise wahre Wunder bewirken.

00:06:02: Statt alle geplanten Patienten morgens um sieben Uhr einzubestellen und alle Entlassungen hektisch bis zehn Uhr durchzuprügeln, können wir die Zeiten über den Tag verteilen und insgesamt damit den Patienten Strom glätten.

00:06:17: Viele Patienten ließen sich auch gezielt am Nachmittag oder Abend des Vortages entlassen.

00:06:23: Das entlastet den morgendlichen Ballungszeitraum und das Bett steht morgens sofort für geplante Patienten bereit.

00:06:30: Was ja in jedem Fall keinen Sinn macht, ist erst alle Patienten zu entlassen und dann alle aufzunehmen.

00:06:38: Meist führt dieses Verfahren ohnehin nur dazu dass Aufnahmen und Entlassungen gleichzeitig passieren müssen und es dann meist jeden Morgen zu nicht-auflösbaren Belastungsspitzen für Pflegende und Ärzte führt.

00:06:51: Das wäre tatsächlich der einzige Weg, der für niemanden einen Vorteil bietet.

00:06:57: Oder schauen Sie sich die typischen Morgende eines chirurgischen Assistenzarzes an?

00:07:03: Eigentlich soll er pünktlich um acht Uhr im OP am Tisch stehen und den ersten Schnitt vollziehen – so sagt es zumindest das OP-Statut!

00:07:12: Tatsächlich ist seine Zeit vor OP Beginn derart vollgestopft mit nicht nur vielen Tätigkeiten sondern vor allem mit unkalkulierbar langen Aufgaben.

00:07:23: Patienten der Nacht kurz ansehen, einen eiligen Arztbrief korrigieren.

00:07:29: Die typische unkalgulierbare lange Arztbesprechung und vielleicht noch einiges mehr – das alles soll möglichst zwischen sieben Uhr dreißig und acht Uhr passieren!

00:07:38: Eigentlich planen wir täglich Abläufe ein von denen wir bereits morgens wissen dass Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern werden Und tatsächlich schaltern sie auch und das täglich.

00:07:52: Aber anstatt jeden Tag wieder hilflos gegen die identische Unmöglichkeit anzukämpfen, versuchen wir den Morgen zu entzerren.

00:08:00: Wir verlagern Aufgaben auf andere Personen oder auf andere Zeiträume.

00:08:05: Vielleicht übernimmt dieser Assistenzarzt auch besser die zweite Operation des Tages?

00:08:10: Denkt man noch radikaler so könnte man in den OP beginnen insgesamt auf Acht Uhr Dreißig oder gar neun Uhr verlegen, selbstredend mit allen Konsequenzen.

00:08:21: Aber auch das wäre eine denkwürdige Art der Glättung!

00:08:24: Für die Notaufnahme wäre es ein echter Befreiungsakt, denn Patienten beispielsweise innerhalb von dreißig Minuten nach der Entscheidung zur stationären Aufnahme auf die Zielstation verlegt würden statt über Stunden in der notaufnahme geparkt zu werden.

00:08:41: würde eine solche Überfüllung einmal im Monat eintreten.

00:08:44: okay Aber jeden Tag, dann läuft doch etwas grundlegend schief.

00:08:50: In Wahrheit missbrauchen wir die Notaufnahme als unbezahlte Pufferzone für stockende Stationsprozesse.

00:08:56: Wir parken in der Notaufnahmen das Problem anstatt es dort sichtbar zu machen wo es gelöst werden kann nämlich direkt auf den Zielstation.

00:09:06: Die Verlegung auf die Station ist selbstverständlich im Grundsatz ein Prozessthema.

00:09:11: Die Pufferwirkung tritt jedoch als Überforderungssituation in der Notaufnahme auf und zerstört doch jeden strukturierten Prozess.

00:09:23: Das dritte Grundprinzip lautet Störungen vermeiden.

00:09:28: Stirrungen sind Ereignisse, die uns aus dem Handlungsfluss reißen.

00:09:33: Telefonate, das Klingeln von Patienten, spontane Nachfragen oder plötzliche Anordnungen – überhaupt jede Art von Lautstärke!

00:09:42: Jede Unterbrechung kostet Zeit, erhöht die Fehleranfälligkeit und erzeugt durch Kettenreaktionen massive Unpünktlichkeit im nachgelagerten System.

00:09:53: Sowas kommt von sowas!

00:09:55: Wenn Felin ständig gestört würde, könnte sie ihren wunderschönen Tagesplan vermutlich bereits um sechs Uhr dreißig abhaken – manche meinen sogar es würde vor sechs Uhr passieren….

00:10:08: Nehmen wir als erstes Beispiel, als Lösungsbeispiel das Libero-Prinzip auf einer Station.

00:10:15: Ein Experiment auf einer Vierzigbettenstation hat Folgendes gezeigt statt dass vier Pflegende auf ihren Runden ständig unterbrochen werden wird das Team aufgeteilt.

00:10:26: drei Pflegekräfte versorgen die Patienten möglichst störungsfrei.

00:10:30: Die vierte Person ist der Libero.

00:10:34: Er hält Störungen von den drei Kolleginnen oder Kollegen fern, nimmt Anrufe entgegen und besorgt fehlendes Material.

00:10:41: Er hilft wenn Hilfe benötigt wird.

00:10:45: Auf diese Weise trägt er dazu bei dass Felin nicht gestört wird und ihren Tagesplan verlässlich einhalten kann.

00:10:53: Eine solche Maßnahme sorgt nicht nur für Stabilität weil alles pünktlicher und zuverlässiger erledigt wird.

00:11:01: die spannende Erkenntnis war Nicht die vierte Pflegekraft arbeitet weniger produktiv, im Gegenteil.

00:11:09: Sie macht die Arbeit der anderen drei überhaupt erst produktiv so dass insgesamt ein signifikanter Zeitvorteil heraussprang.

00:11:17: Denn das Zeitfresserpotenzial von Störungen ist unschätzbar gigantisch und wenn es schon in einem ersten Wurf nicht gelingt sämtliche Störung sofort zu vermeiden – und das wird uns im Krankenhaus vermutlich niemals gelingen So versuchen wir zumindest möglichst wenige Personen in ihren effizienten Routinen mit derartigen Störungen zu belasten.

00:11:40: Unter dem Strich gewinnen dann alle.

00:11:42: oder wussten sie, dass Pflegende oder Ärztin pro Schicht sechzigmal oder häufiger durch interne Anrufe unterbrochen werden weil Informationen und Ressourcen fehlen, Anordnungen mündlich erteilt werden oder einfach nur gedrängelt wird damit endlich wieder etwas passiert Ein signifikanter Anteil.

00:12:02: Solcher Anrufe würde bereits entfallen, wenn diagnostische und therapeutische Maßnahmen oder Operationen zeitlich exakt terminiert wären und diese Termine zuverlässig eingehalten würden.

00:12:14: Viele telefonische Abstimmung wären dann vollkommen obsolet!

00:12:19: Wie viele Telefonate können zeitlich entfallen ,wenn Anordnungen und Dokumentation in Echtzeit und Vollständige vorlegen würden?

00:12:28: oder wenn Material und Medikamente verlässlich verfügbar wären.

00:12:31: Sie können es durchaus auch selbst ausprobieren, stellen sie ihrem Team die einfache Frage wie sich fünfzig Prozent des Patientenklingelns vermeiden lassen?

00:12:42: Eine erkleckliche Anteil des Klingels von Patienten geschieht nicht weil sie ein dringendes Bedürfnis verspüren oder sich gar in einem kritischen Zustand befinden.

00:12:51: meist geht es um eine spontane Frage das Fenster schließen oder um ein fehlendes Getränk.

00:12:58: Und weil das Klingeln selbst ja nichts über das zugrunde liegende Problem verrät, werden vor allem Pflegende in ihrer laufenden Tätigkeit unterbrochen.

00:13:07: Sie stürmen dann los immer in der Bewusstsein dass es sich um einen Notfall handeln könnte.

00:13:13: Wenn sie also ihrem Team die Frage stellen wie man dieses Klingel reduzieren könnte, werden sie in kürzester Zeit zehn oder noch mehr Vorschläge hören Regelmäßige und pünktliche Servicerunden, ausreichendige Tränke vor Ort, gezielte Patienteninformation oder eine bessere Erklärung zum korrekten Gebrauch der Notrufklingen.

00:13:34: Das heißt keine Raketentechnik an keiner Stelle!

00:13:38: Jede Maßnahme wird zu einer gewissen Reduktion von Störungen beitragen.

00:13:44: Stellen Sie sich nur vor sie könnten pro Pflegende und Pro Schicht allein durch diese Maßnahmen zehn oder zwanzig Störerungen pro Tag vermeiden.

00:13:53: Das wäre bereits ein kräftiger Beitrag dafür, dass in unserem Beispiel Villin ihren Tagesplan deutlich stabiler einhalten kann.

00:14:04: Oder letztes Beispiel schauen sie sich die klassischen Arztzimmer an.

00:14:09: viele Ärztinnen und Ärzte auf engstem Raum.

00:14:13: es wird geredet das Telefon klingelt ohne Unterlass ständig rennt jemand rein oder raus.

00:14:19: Wer sich unter solchen Bedingungen auf das Diktieren eines fehlerfreien Arztbriefes konzentrieren möchte, wird erst viel Energie und dann mindestens die dreifache Zeit benötigen.

00:14:30: Leichter lassen sich Nerven- und Geld kaum verbrennen!

00:14:41: Das waren nun die ersten drei von sechs Grundprinzipien für eine schlanke Organisation.

00:14:47: Die weiteren drei werde ich sukzessive in weitere Episoden integrieren.

00:14:53: Wir sind zwei Aspekte wichtig, die ich zum Ende nochmal aufgreifen möchte.

00:14:58: Diese drei Grundprinzipien hängen natürlich nicht lose nebeneinander.

00:15:02: Sie sind vielmehr ein festes Element dieser neuen Logik von Veränderung und Verbesserung.

00:15:09: Im Moment sprechen wir eben nicht zuerst über ganze Prozesse sondern über die Bedingungen unter denen regeln und standardisierte Abläufe also Prozisse überhaupt funktionieren können.

00:15:22: Wir schaffen Schritt für Schritt ein Umfeld, in dem solche Regeln nicht nur beschrieben sondern im Alltag auch volllässlich ausgeführt werden können.

00:15:31: Die soll eine Station einer Entlassung strukturiert und pünktlich durchführen wenn der Arztbrief noch fehlt weil die Ärztinnen und Ärzte im morgendlichen Chaos keine Ruhe zur Korrektur hatten.

00:15:42: Wie soll eine Pflegende an einer Visite teilnehmen?

00:15:45: Wenn bis kurz vorher unklar bleibt wann sie überhaupt beginnt?

00:15:50: Und wie soll ein Transportdienst einen Patienten pünktlich in den OP bringen, wenn vorher nicht feststeht wann der Patient tatsächlich vorbereitet ist?

00:15:58: Genau an solchen Fragen zeigt sich worum es wirklich geht.

00:16:02: Sie sehen wir schaffen auf mehreren Ebenen die Grundlage für standardisiertes Arbeiten auch wenn meine Beispiele vor allem aus der Pflege der ärztlichen Arbeit und dem Stationsalltag stammen.

00:16:14: das gleiche Prinzip gilt selbstverständlich für andere Berufsgruppen Funktion und Organisationsbereiche.

00:16:23: Eine Radiologie kann ihre knappen Kapazitäten nur dann gut nutzen, wenn sie verlässliche Termine vergibt die von den vorgelagerten Bereichen auch eingehalten werden.

00:16:34: Eine strukturierte Patientenaufnahme kann es dann kurz- und pünktlich ablaufen, wenn auch der Arzt oder die Ärztin pünftig kommen können.

00:16:44: Im Grunde können Sie das ganze Krankenhaus auf diese Weise durchdeklinieren.

00:16:53: In diesem Sinne beende ich diese Episode.

00:16:56: Erst einmal vielen Dank fürs Zuhören und Mitdenken, wenn ihr in dieser Episode geholfen habt empfehlen Sie den Podcast gerne weiter oder schreiben sie mir einen Kommentar ein Beispiel aus Ihrer Praxis oder auch jede andere Frage oder Bemerkung.

00:17:11: Hoffentlich bis zum nächsten Mal!

00:17:13: Ihr Jörg Gottschalk.

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